Electronic Symphony No.1, f minor

Existential Dread

Facts

Album:
„Electronic Symphony No.1: Existential Dread“

Genre:
Electronic/Post-Genre

Playtime:
ca. 33 Minuten, vier Sätze/Stücke

Singles:
Threat, Dread

Gewünschtes Release-Datum:
15.05.23, ggf. später

Release-Formate:
digital, ggf. limitierte Vinyl-Edition

Region:
Vinyl: DACH
digital: weltweit

Besetzung:
Juc (vox, electronica)

Klang

Album-Konzept

Ich release eine elektronische Symphonie, die sich thematisch mit existenzieller Furcht befasst. Sie ist in F-Moll und ein Konzeptalbum in vier Sätzen, das elektronische Musik in den Rahmen einer klassischen Symphonie setzt.

Ich fasse mich mit meiner Musik nicht kurz, um ins Radio zu passen – in Techno-Clubs und Konzertsälen ist zum Glück Platz für lange Formate. Ein Technotrack (oder der Satz einer Sinfonie) dauert selten unter sieben Minuten. Ich komponiere unter dem Aspekt von Spannungsbögen, die ich langsam aufbaue, um sie dann in einer Katharsis aufzulösen und meinen Hörer:innen emotionalen Release in Form von Euphorie, Trauer oder Wut zu ermöglichen.

Musikalisches Konzept: Symphonie

Symphonien sind die Konzept-Alben der klassischen Musik. Vor allem in der Epoche der Klassik (18. Jahrhundert) waren symphonische Werke von einem klaren Rahmen geprägt. Für jeden Satz galten eigene Vorgaben, an die sich die Komponist:innen zu halten hatten. Diesen Rahmen habe ich mir für die Komposition der Electronic Symphony zum Vorbild genommen.

Disarray ist ein monumental-episches, fast elf Minuten langes Stück in f-moll, das sich von langsamer (70 BPM), polyrhythmischer Fragilität zum mitreißend-lebendigen Strom (160 BPM) entwickelt. Der erste Satz der Symphonie ist in der Sonatenhauptsatzform gehalten. Er stellt Haupt- und Nebenthema in f-moll vor und verarbeitet diese über den Verlauf des Stücks. 

Neben den vielschichtigen Soundscapes setze ich meine Stimme als gelooptes Element ein und singe sowohl mit klassischer als auch moderner Technik. Das Intro und das Outro bedienen sich harmonisch aus dem Metal: Die Tonika (f-moll) wechselt sich mit dem nur einen Halbton höheren Ges-Dur ab, ein beliebtes Stilelement, das vom europäischen Ohr als unheilvoll wahrgenommen wird. Viele Sound- und Stilelemente dieses Stücks können in den folgenden Sätzen wiederentdeckt werden.

Threat hält sich zunächst an die klassischen Kompositionsregeln für einen zweiten Satz: langsames Lied in Paralleltonart oder naher Verwandter. Es klingt in as-moll bei moderat-langsamer Geschwindigkeit (90 BPM). Die Liedstruktur, bestehend aus Strophe, Bridge und Refrain, ist uns aus der modernen Popmusik wohlbekannt und macht Threat zur idealen ersten Single-Auskopplung.

Im ersten Teil ist meine Stimme direkt und klar vor einem minimalistisch gehaltenen Instrumentarium zu hören. Der Text steht im Vordergrund, während sich das Stück zum ersten Drop hin durch immer mehr Vocal- und Sound-Layers verdichtet.

Der zweite Teil ist, abgesehen von geloopten Vocal-Elementen, rein instrumental und entspricht nun elektronischen Track-Strukturen. Auch hier kreieren melodisch-meditative Sound-Layer einen intensiven Build-Up, der sich gegen Ende des Stücks sanft entlädt. Das fragile Outro lässt viel Zeit für mixbare Übergänge.

Dread geht ins Aktive: Analog zur sinfonischen Komposition ist er eine Scherzo, also ein schnelles Stück mit energiegeladenen 125 BPM in der Haupttonart f-moll. Als reines Instrumentalstück ist er der elektronischste der vier Sätze und bricht gleichzeitig am wenigsten mit den Kompositionsvorgaben von Sinfonien. Im ganzen Track werden Elemente und Themen aus den ersten beiden Sätzen aufgegriffen, insbesondere dem ersten.

Dawn verarbeitet noch einmal die wichtigsten musikalischen Elemente des ersten Satzes in der Haupttonart und bildet den Schluss der Symphonie. Der vierte Satz baut sich von ruhigen, liegenden Akkorden zu einer letzten, stimmgewaltigen Katharsis mit mehreren Backgroundchören und einem dicht gewobenen Klangteppich auf, die Juc’ flehende Lead-Vocals begleiten.

Thema: Existential Dread

Ich widme mich in den Sinfonien jeweils einem bestimmten Gefühlszustand oder philosophischen Konzept. Dabei geht es deutlich weniger intellektuell zu, als der vorherige Satz vermuten lässt: Die dadurch entstehende Musik verschafft meinen Hörer:innen einen Zugang zu den damit verknüpften Emotionen, die sie so in einem geschützten, zeitlich begrenzten Raum erleben, erforschen und verarbeiten können.

In der ersten Symphonie geht es um „Existential Dread“, also existenzielle Angst. Diese kann durch konkrete Ereignisse wie Krieg, körperliche und emotionale Gewalt ausgelöst werden, aber auch durch passive Einflüsse, die sich einschleichen und von uns unbemerkt bleiben, bis es zu spät ist. Wer existenzielle Furcht empfindet, ist extrem starken Emotionen ausgesetzt, die jedoch gleichzeitig zeigen, wie sehr die Person am Leben hängt und dessen Ende fürchtet.

Mit den dunkleren Aspekten des Lebens zurechtzukommen, insbesondere, wenn man Traumatisches erlebt hat, ist eine große Herausforderung – eine, die durch Musik ausgedrückt und erträglicher werden kann. Isolation zum Beispiel. Die psychischen Auswirkungen der Pandemie werden wahrscheinlich nie ganz in Zahlen und Worte zu fassen sein. Die Zahl der Erwachsenen, die wegen Depressionen in Behandlung sind, hat seit 2020 stark zugenommen, ebenso wegen Angststörungen.

Song für Song: Der Verlauf existenzieller Angst

In diesem Album geht es um eine Abwärtsspirale, die Menschen in verschiedensten Situationen erfassen kann und am Ende zu unseren tiefsten Ängsten führt – und der Gewissheit, ihnen nie ganz entkommen zu können. Über den Verlauf der Stücke erleben die Hörer:innen den Verlauf einer Angstattacke mit, oder auch, wie ihre Heimat von vermeintlicher Stabilität in Chaos und Zerstörung abrutscht.

Zu Beginn ist es oft ein schleichendes Gefühl der Orientierungslosigkeit, vielleicht auch ein Kontrollverlust ob des blanken Chaos, das trotz der Illusion von Struktur, Ordnung, Gesetzen und Regeln die Basis allen Lebens ist. Dieses Gefühl kann zu einem Hintergrundrauschen werden, das unseren Alltag begleitet. Daher ist die Zeile „everywhere I look, I see disarray“ die Kernaussage des ersten Satzes. Mit der Zeit verschwindet diese Aussage als gelooptes Element in den Hintergrund — das diffuse Unwohlsein wird Teil unseres alltäglichen Empfindens, ohne dass wir es merken.

Zu diesem Gefühl gesellen sich konkrete externe „Bedrohungen“ hinzu, vor denen es sich zu verstecken und zu fliehen gilt. Auch hier sind sowohl konkrete als auch passive Ereignisse gemeint, zum Beispiel die Angst vor Krankheit, gesellschaftlicher Instabilität, Ausgrenzung oder auch die sich bedrohlich hebende Hand einer engen Bezugsperson. 

In Threat manifestieren diese Bedrohungen sich als furchteinflößende Kriegerin, die weiß, dass wir in den Schatten kauern und versuchen, ihr zu entkommen. Am Ende setzt der Fluchtinstinkt ein und wir rennen, bildlich oder wirklich, um unser Leben. Ich lade jedoch auch herzlich dazu ein, diesen Song als Anti-Kriegs-Hymne zu interpretieren und widme ihn den weltweit Vertriebenen, die aufgrund der Raffgier und Machtspielchen wohlhabender Nationen ihr komplettes Leben zurücklassen mussten.

Wenn wir uns nun also bereits auf der Flucht befinden (ob nun bloß innerlich vor unseren Dämonen davonlaufen oder ganz konkret), beschleicht uns die nackte Panik. Wir gehen mit dem dritten Satz der elektronischen Sinfonie dorthin, wo Worte obsolet sind und der Körper übernimmt. Dread ist schnell, instrumental und druckvoll, der energetische Höhepunkt der Sinfonie. Unsere Angst ist nun kaum mehr auszuhalten und entlädt sich durch Kampf, Schreien und Adrenalin.

Am Ende jeder Angstattacke bleibt oft nur eines: Totale Erschöpfung. Meist ist sie gepaart mit der bitteren Erkenntnis, dass es jederzeit wieder losgehen kann und dass der einzige Weg zurück ins Licht Weitergehen ist. Die Verzweiflung, dem eigenen Verstand oder der Situation nicht entkommen zu können und trotzdem weitermachen zu müssen, ist das Thema des finalen Satzes, Dawn. Die Liedzeile „I am scared the rising sun will pass me by“ beendet die Symphonie und bringt die Dualität von existenzieller Angst und unbändigem Lebenswillen auf den Punkt.

Produkte rund ums Album

Merchandise

misfit-Bauchtaschen (existieren bereits)

T-Shirts: „Disarray“, “Threat”, “Dread”, “Dawn”

Konzerte/Tour

Pre-Listening-Party in München

Release-Tour in DACH

Festival- und Showcase-Sets

Sonstiges

Live-Mitschnitt mit Visuals

Büchlein mit Kurzgeschichten/Lyrik von mir und anderen Autor:innen

Partitur

Vermarktungspotenzial

Vermarktungs-potenzial

Das Symphonie-Format ist quasi unendlich wiederholbar, ohne eintönig zu werden. Durch die niedrige Songanzahl (vier Sätze) in relativ hoher Frequenz (jährliche Releases) kann ich dem Demand der Dauerbefeuerung der Algorithmen entsprechen: Regelmäßige Releases bedeuten, dass ich relevant und aktiv bin.

Ich binde mich thematisch an konkrete, aber trotzdem vielseitige Themen. Die Sätze sind grundsätzlich immer gleich strukturiert und geben mir einen flexiblen Rahmen. Das Ergebnis sind immer vier Stücke, die sowohl meine Vielseitigkeit als Komponistin und Sängerin abbilden als auch für meine Hörer:innen eine große Bandbreite an Musik eröffnen.

Mit den ersten Sätzen (Sonatenhauptsatzform) stelle ich mein kompositorisches Talent und meine Ausbildung unter Beweis und hole mir so Glaubwürdigkeit und Respekt der Musiker- und Musik-Nerd-Community, die oft Trendsetter und auch Gatekeeper sind.

 

Mit den zweiten Sätzen (langsame Liedform) erschaffe ich eine Reihe an melancholischen Pop-Songs, die sich aufgrund der klassischen Songstruktur immer als Single-Auskopplungen eignen und auch außerhalb des Symphonie-Kontexts vielseitig einsetzbar sind.

 

Aus den dritten Sätzen („Scherzo“, schnell, lebhaft) wird sich mit der Zeit eine Juc-eigene Club-Compilation entwickeln, da diese Stücke alle schnell und elektronisch sind, also zwischen 120 und 140 BPM. Damit decke ich den Club-Bereich (und die Clubgänger-/DJ-Zielgruppe) ab und biete zudem hohes Remix-Potenzial für andere Produzent:innen.

 

Mit den vierten Sätzen (Verarbeitung des ersten Satzes) nehme ich mir noch einmal künstlerische Freiheit und kann jedes Mal neu entscheiden, in welche Richtung ich zum Abschluss noch einmal gehe.

Meine Symphonien können also in verschiedenste Richtungen vermarktet werden und eine entsprechend breite Fanbase aufbauen.

  • Menschen zwischen 20 und 45
  • Niedrige bis mittlere Kaufkraft
  • Gut ausgebildet, nicht zwingend studiert
  • Subkulturell geprägt
  • Hören elektronische Musik, aber auch melancholisch-düstere Genres wie z.B. Metal, Gothic, Wave, Indie
  • Sinnsuchend, philosophisch
  • Konzert- und clubaffin
  • Hören Spotify-Playlists wie Brain Food, Deep Dark Indie, Off Pop, Dark&Stormy, Selectronica, Kopfkino, Lowkey Tech, Got Djent?, Negative Space

Menschen, die Musik nicht nur konsumieren, sondern sich mit der Entstehung, Struktur und Bedeutung beschäftigen und/oder selber machen. Sie interessieren sich für mehr als das Gehörte, schauen Youtube-Kanäle von Musikanalytiker:innen und bringen ein hohes Interesse an Musiktheorie mit. Sie sind aufgeschlossen, experimentierfreudig und mögen Musik, die sich in kein klassisches Genre einordnen lässt. Alles, was Post-Genre ist, spricht sie an.

Menschen, die aus melancholischer und düsterer Musik Kraft ziehen anstatt traurig zu werden. Sie verarbeiten durch Musikhören ihre eigenen Gefühle und fühlen sich durch ernste Lyrics angesprochen, gesehen und verstanden. Das können beispielsweise Personen mit Liebeskummer und anderen Sinnkrisen sein oder diejenigen, die gerne an Küchentischen über Rotwein den menschlichen Geist studieren und innere Untiefen ausloten. Melancholische Philosoph:innen haben oft das Bedürfnis nach Selbstreflektion und Interesse an psychologischen Themen und werden bei meiner Musik fündig.

Aufgrund der monumentalen Wucht meiner Musik, meines visuellen Erscheinungsbilds (schwarz, Krone) und den düsteren Lyrics spreche ich die Gothic-Subkultur an. Dies sind Menschen mit Hang zum Düsteren, zu komplexen und schwierigen Themen der menschlichen Psyche, die extravagantes Auftreten und Individualismus schätzen und sich selbst entsprechend ausdrücken. Düsterer Hedonismus beschreibt ihren Zugang zu Kunst und Kultur aller Formen: Ja, es darf und soll gefeiert werden, aber anstatt Konfetti und “good vibes only” ist es das Epische, das Düstere und Rohe, was sie in Ekstase versetzt.

Über Juc

Hallo, mein Name ist Juc [spricht man Jut͡s]. Mit meiner music for misfits schaffe ich eine einen düster-melancholischen Freiraum, in dem sich niemand verbiegen muss, um dazu zu gehören. In unserem leistungsorientierten System bleibt uns oft nur wenig Kraft, unserer eigentlichen Natur nachzugehen.

Ich liebe und schätze elektronische Musik wegen ihrer Struktur und der Möglichkeit, damit zu brechen. Für mich ist wahre Freiheit nur dann möglich, wenn es einen abgesteckten Handlungsrahmen gibt. Ohne ihn gibt es keine (moralische) Orientierung – und nichts, wogegen man sich positionieren kann. Die Abwesenheit von Regeln bedeutet die Abwesenheit von Wahlfreiheit – doch wer sind wir, wenn wir unser eigenes Schicksal nicht wählen können?

Durch meine klassische Ausbildung in Klavier und Gesang bringe ich neben meiner Leidenschaft für düstere elektronische Musik eine große Liebe zur Klassik mit. Was die Großmeister bereits perfektioniert haben, inspiriert mich im elektronischen Kontext. Für mich besteht der Reiz an elektronischer Musik u.a. im Spiel und Bruch mit der Struktur der repetitiven Elemente und des layer-basierten Aufbaus. Gleiches gilt für die Klassik: Hier ist der Handlungsrahmen klar abgesteckt und ermöglicht mir so künstlerischen Gestaltungsraum in einem neuen Kontext.

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Pressestimmen

Regionale Kulturförderung mal anders

Ich bin die Initiatorin einer Showcase-Veranstaltungsreihe in München namens we are subjects. Sie stellt elektronische FLINTA+ Solokünstler:innen in Süddeutschland vor und hat bisher zweimal stattgefunden. In München (und nach dem, was ich von anderen gehört habe, auch im Rest Deutschlands, einschließlich Berlin) gibt es fast keine Strukturen für aufstrebende elektronische Künstler:innen, die nicht auflegen. Das ist eine Lücke, die ich versuche zu schließen, zumindest für die FLINTA+ in der Szene.

Als Ergebnis meines Showcases konnte ich eine Zusammenarbeit mit Sonoton, einem Produktionsmusikverlag, initiieren. Drei meiner Mitstreiter:innen und ich produzieren derzeit das erste reine FLINTA-Produktionsmusikalbum für deren Datenbank. Ich glaube fest an Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Deshalb habe ich mich entschlossen, drei weitere FLINTA+-Produzent:innen einzubeziehen, um uns allen zu helfen, ein nachhaltiges Einkommen aus der Musik zu erzielen, ohne in diesen schwierigen Zeiten auf Konzerte und CD-Verkäufe angewiesen zu sein.

Ich halte auch Ableton Live-Workshops für FLINTA+ (z.B. About Pop 2021, Stuttgart) und DIY Website-Bootcamps für FLINTA+ Musiker (z.B. online bei Raketerei).